Zahnwissen

All on 4: Festsitzende Versorgung eines zahnlosen Kiefers

Wenn alle Zähne bereits fehlen oder die noch vorhandenen Zähne nicht erhalten werden können, bleibt nur die Herstellung von Totalprothesen.

Halt und Kaukomfort von solchen schleimhautgetragenen Prothesen sind jedoch häufig ungenügend. Zudem ist der Geschmackssinn durch die Abdeckung des Gaumens deutlich reduziert.

Eine Alternative zur Totalprothese bietet eine fest verschraubte Brücke welche mit 4 Implantaten im Kieferknochen verankert wird. Bei der All on 4-Methode kann dank einer Abwinkelung der Implantate in den allermeisten Fällen auf aufwändige Knochenaufbauten verzichtet werden. Dadurch verringert sich die Behandlungsdauer deutlich. In der Regel können die Patienten innerhalb von 24 Stunden mit fest sitzenden Zähnen versorgt werden.

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Nobel Biocare © 

Vorgehen

  1. Diagnostik, Planung und Aufklärung
  2. Implantation uns Sofortversorgung mit fest verschraubten Zähnen (Langzeitprovisorium) in Lokalanästhesie oder Vollnarkose
  3. Herstellung der definitiven Versorgung nach frühestens 4 Monaten

Alternativen

  • Versorgung auf mehr Implantaten mit Knochenaufbau
  • Herausnehmbare Prothesen

Risiken

  • Implantatverlust (2–3 % der Implantate), erhöhtes Risiko bei Raucher!
  • Knochenabbau um die Implantate (langfristig)

Behandlungen in Lachgassedation 

Kinder, Patienten mit Würgreflex, Angstpatienten (Spritzenphobie) oder Patienten mit Behinderung

Die zahnärztliche Behandlung in Lachgassedation ist eine weltweit anerkannte Methode, welche besonders in der Kinderzahnmedizin, aber auch bei erwachsenen Angstpatienten und Behinderten in modernen Zahnarztpraxen mit viel Erfolg eingesetzt wird – wichtig ist die richtige Indikation, Aufklärung, Durchführung und Ausrüstung.

Wir verfügen über eine modernste Lachgas-Anlage welche immer eine ausreichende Sauerstoffzufuhr garantiert.

Das Einatmen der Mischung von Lachgas und Sauerstoff (mindestens 30%, vgl. Luft: nur 21%) ist ein gutes Sedativum (Beruhigungsmittel). Es dämpft das Bewusstsein und reduziert die Schmerzempfindung (schwaches Analgetikum). Man spürt ein leichtes Kribbeln in den Armen und Beinen, hat ein verändertes Raum-Zeitgefühl und ist entspannt. Bei Patienten mit starkem Würgreflex wird dieser bereits in niederen Dosen unterdrückt, was eine zahnärztliche Behandlung für diese Patienten erleichtert. Man schläft NICHT wie bei einer Vollnarkose. Die Schutzreflexe bleiben intakt.

Lachgas ist kein «Wundermittel» und funktioniert nicht bei jedem. Der Patient muss eine Behandlung wollen! Ohne Mitarbeit ist auch die Lachgassedation unmöglich. Unter Zwang ist keine erfolgreiche Behandlung ohne psychischen Schaden durchführbar. Es ist möglich, dass das eine Mal alles gut geht, aber ein weiteres Mal die Behandlung abgebrochen werden muss trotz grossen Bemühungen. Lachgas unterstützt willige Patienten und hilft, eine zahnärztliche Behandlung ohne  Traumatisierung durchzuführen.

Ist das Kind zu klein, der Sanierungsbedarf zu gross oder hat jemand extreme Angst muss abgeklärt werden, ob nicht evtl. eine Vollnarkose sinnvoller wäre.

Eine zahnärztliche Behandlung in Lachgassedation erfordert eine hohe Konzentration aller beteiligten Personen. Sie dürfen gerne bei der Behandlung im Zimmer sein zur Unterstützung Ihres Kindes, aber verhalten sie sich still und ruhig, dass das Kind nicht abgelenkt ist. Ängstliche Eltern bleiben besser im Wartezimmer, um nicht ihre eigenen Ängste auf das Kind zu projizieren.

Verhaltensregeln am Tag der Behandlung in Lachgassedation

  • Es empfiehlt sich am Tag der Zahnbehandlung in Lachgassedation keine schweren Mahlzeiten zu sich zu nehmen, sowie auf Milch zu verzichten, da diese in Kombination mit Lachgaskonzentrationen über 50/50 zu Übelkeit und Erbrechen führen können. Daher empfehlen sich bei schwierigen Patienten Termine morgens! In Abhängigkeit der notwendigen Dosierung kann ein leichtes Frühstück oder Mittagessen toleriert werden – dies jedoch nur nach Vereinbarung mit dem behandelnden Zahnarzt.
  • Schmerzmittel Ibuprofen (z.B. Algifor®): Besonders bei chirurgischen Eingriffen: 1 Stunde vor Behandlungsbeginn (Die korrekte Dosierung (abhängig vom Körpergewicht/ Alter) entnehmen Sie bitte der Packungsbeilagen. Algifor® erhalten Sie rezeptfrei in jeder Apotheke)
  • Nasenatmung: Kinder, welche sogenannte Mundatmer sind, sollten vorgängig Übungen zur Verbesserung der Nasenatmung machen.

Abschliessend möchten wir Sie noch darauf hinweisen, dass bei einer Erkrankung, auch bei einer Erkältung mit Schnupfen oder Husten, die geplante Zahnbehandlung nicht durchgeführt werden sollte. Bitte rufen Sie uns frühzeitig an.

Bestechen Sie bitte Ihr Kind nicht und setzen Sie es nicht unter Druck. Auch wenn einmal eine Behandlung nicht durchführbar ist und das Kind einen schlechten Tag hat, kritisieren und bestrafen Sie es nicht. Motivieren Sie es für ein weiteres Mal und loben Sie es, für das was es bereits geleistet hat. Für den zeitlichen Aufwand werden wir Ihnen nur einen Anteil berechnen.

Bisphosphonate

Bisphosphonate sind Medikamente, die zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose und weiteren Knochenerkrankungen  verwendet werden. Sie hemmen den Knochenabbau und helfen somit die Knochenmasse stabil zu halten.

Ein wichtiger Nebeneffekt bei der Therapie mit Bisphosphonaten ist das Auftreten von Knochennekrosen (abgestorbene Knochenareale) insbesondere im Kieferknochen.

Diese Nekrosen können als Folge eines chirurgischen Eingriffes (z.B. einer Zahnentfernung) aber auch spontan entstehen.

Um dem Auftreten solcher Nekrosen vorzubeugen sind folgende Punkte zu beachten:

  • Untersuch und Sanierung VOR einer Bisphosphonattherapie
    Eine ausführliche klinische und radiologische Untersuchung hilft mögliche Entzündungsherde frühzeitig zu erkennen. Um Probleme in Zukunft zu vermeiden, werden sämtliche Zähne mit Erkrankungen saniert oder falls notwendig entfernt.
  • Massnahmen WÄHREND einer Bisphosphonattherapie
    Um das Risiko eines Infektes zu minimieren, müssen in regelmässigen Abständen (alle 4–6 Monate) die Zähne professionell gereinigt und die gesamte Mundhöhle kontrolliert werden.
  • Häufigkeit einer Bisphosphonatinduzierten Osteonekrose des Knochens
    Das Risiko einer Knochennekrose ist generell als gering einzustufen. Je nach Medikament und Grunderkrankung kann das Risiko variieren.

Erosionen und Zahnüberempfindlichkeiten

Energydrinks und Bulimie

Durch säurehaltige Getränke, saure Nahrungsmittel und Magensäure bei Reflux und Bulimie entstehen an den Zähnen Erosionen. Eine Erosion ist eine nicht kariesbedingte Schädigung der Zahnhartsubstanz. Der weggespülte Zahnschmelz entblösst das empfindliche Dentin, was schmerzhaft sein kann. Erosionen sind ein grosses Problem der heutigen Jugend. Die Folgen sind irreversibel.

Sprechen Sie uns darauf an, wenn Sie weitere Informationen wünschen.

Kinderbehandlung: Milchzähne

Gesunde Milchzähne sind die Basis für lebenslang gesunde Zähne. Sie dienen nicht nur dem Kauen, sondern haben zudem eine Platzhalterfunktion für die zweiten bleibenden Zähne. Die Milchfrontzähne dienen der Zungen- und Gehirnentwicklung.

Wie bei den bleibenden Zähnen ist der Zucker der grösste Feind der Milchzähne. Oberstes Gebot ist deshalb: Zuckerkonsum lenken und Häufigkeit senken. Umgesetzt heisst dies kein Honig, Zucker oder Sirup auf den Nuggi oder in die Trinkflasche, süsse Zwischenmahlzeiten und v.a. süsse Getränke zwischendurch meiden. Süsses auf Hauptmahlzeiten konzentrieren und danach die Zähne putzen.

Mit dem Durchbruch des ersten Zahnes sollte mindestens 1x täglich mit einer fluorhaltigen Kinderzahnpasta eine Zahnreinigung erfordern – spätestens mit 2 Jahren 2–3x täglich. Dies sollte spielerisch erfolgen. Ab dem 6. Lebensjahr kann auf eine Juniorzahnpasta umgestellt werden. Mit Durchbruch des ersten bleibenden Backenzahnes (6-Jahres-Molaren) empfiehlt sich 1x wöchentlich Fluoridgelée zu verwenden, denn die neu durchgebrochenen Zähne sind die ersten 3 Jahre am kariesanfälligsten und werden durch Fluoride säureresistenter gegenüber Bakterienangriffen.

Der Zeitpunkt des Zahndurchbruchs ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind etwas früher oder später seine Zähne bekommt als andere Kinder. Es gibt nämlich sogenannte Früh- und Spätzahner. Bricht ein Zahn innerhalb der geschlossenen Zahnreihe durch (oft bei Unterkieferfrontzähnen), ist dies nicht problematisch, wenn der entsprechende Milchzahn beweglich ist. Durch den Zungendruck wird der bleibende Zahn später in die Zahnreihe geschoben. Ist der Milchzahn fest, sollten Sie sich melden. Im Seitenzahnbereich kann es vorkommen, dass der Nachfolger nicht alle Wurzeln der Milchmolaren resorbieren kann und ausserhalb bzw. innerhalb der Zahnreihe durchbricht. Eine kurze Kontrolle bringt auch in diesem Fall Klarheit. Ist ein Milchzahn noch lange fest, obwohl die anderen Zähne bereits gewechselt haben, ist es unter Umständen sinnvoll ein Panorama-Röntgenbild (OPT) anzufertigen. Es gibt nämlich auch sogenannte Nichtanlagen (nicht angelegte bleibenden Zähne), wobei die Milchzähne einfach nicht rausfallen. In solchen Fällen sollten weitere Abklärungen erfolgen.

Kariöse Milchzähne müssen versorgt oder entfernt werden, denn sie sind Eintrittspforten für Bakterien in den Körper. Sie können sogar zu einem Abszess führen (dicke Eiterbacke), welcher unbehandelt lebensbedrohlich werden kann. Ein rechtzeitiges Entdecken ist dabei sehr wichtig. Da visuell nur ein Bruchteil der Karies (Löcher) entdeckt wird, sind Röntgenbilder notwendig.

Milchzahntrauma

Gerade Kinder verletzen sich häufig im Mund-Kieferbereich. In den meisten Fällen handelt es sich um harmlose Verletzungen die ohne weiteres von selbst heilen. Dennoch ist es wichtig, jeden Unfall mit Zahnbeteiligung (auch bei Milchzähnen) beim Zahnarzt abzuklären und bei der Versicherung zu melden. Nur so werden möglich Spätfolgen bei den bleibenden Zähnen auch von der Versicherung übernommen.

Kinderbehandlung: Nuggi, Daumenlutschen, Wangensaugen, Lippenbeissen, -saugen

Dies sind alles Gewohnheiten, welche harmlos beginnen, aber leicht Unsitten werden können. Im unangenehmsten Fall führen diese zu Deformationen des Kiefers sowie einer Fehlhaltung der Zunge. Wir empfehlen daher den Nuggi mit 3 Jahren abzusetzen und andere Gewohnheiten zu unterbinden.

Kinderbehandlung: Zahnarztbesuch

Uns ist es wichtig, dass sich Ihr Kind bei uns wohl und geborgen fühlt. Nehmen Sie sich Zeit für den Zahnarztbesuch und setzen Sie das Kind nicht unter Erfolgsdruck. Kommen Sie mit Ihrem Kind nicht erst, wenn es Zahnweh hat. Behandlungen sind dann viel schwieriger. Auch Bestechungen, Drohungen, Lügen und gut gemeinte aber negativ-belastete Wörter wie «keine  Angst» – «macht nicht weh» sind hier fehl am Platz und kontraproduktiv. Versuchen Sie zudem eigene Ängste und schlechte Erfahrungen nicht auf das Kind zu projizieren. Wecken Sie vielmehr die Neugier Ihres Kindes und versuchen Sie eine positive Einstellung zu haben.

Auch wenn einmal eine Behandlung nicht durchführbar ist und das Kind einen schlechten Tag hat, kritisieren und bestrafen Sie es dafür nicht. Motivieren Sie es vielmehr für ein weiteres Mal und loben Sie es, für das was es bereits geleistet hat. Für den zeitlichen Aufwand werden wir Ihnen nur einen Anteil berechnen, denn für uns ist das Wohlergehen Ihres Kindes wichtig.

Wir Erwachsenen möchten oft alles in einem Termin erledigt haben. Dies ist nicht immer auch kindergerecht. Kinder haben meist nicht die Ausdauer und das Durchhaltevermögen von uns Erwachsenen. Eine Behandlung kann erst erfolgen, wenn eine Vertrauensbasis geschaffen ist. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen bauen wir mit ihrem Kind zusammen in seinem Tempo dieses Vertrauen auf und führen es Schritt für Schritt an eine Behandlung heran. Bei einem Kind gelingt dies schon in der ersten Sitzung, bei einem anderen sind mehrere Sitzungen erforderlich.

Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie Ihr Kind ins Behandlungszimmer begleiten und Ruhe ausstrahlen. Überlassen Sie uns bitte die Kommunikation zum Kind. Nur so können wir Vertrauen aufbauen und eine kindergerechte Behandlung durchführen.

Kinderbehandlung: Zahnzusatzversicherung

Besonders bei aufwändigeren zahnärztlichen Behandlungen (z.B. kieferorthopädische Zahnstellungskorrekturen) lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung. Diese sollte vor dem 4. Lebensjahr abgeschlossen werden, da Ihr Kind danach bei den meisten Versicherungen nicht mehr ohne ein zahnärztliches Attest aufgenommen wird. Informieren Sie sich, wie dies bei Ihrer Versicherung geregelt ist. Künden Sie die Zahnzusatzversicherung keinesfalls unmittelbar vor oder während einer laufenden Behandlung, da Sie dies nicht rückgängig machen können und danach alle Kosten selber tragen müssen.

Nachtspange: Equi C

 

Was ist ein Equi C und wann wird es eingesetzt?

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Das Equi C ist eine herausnehmbare Nachtspange, welche aus 3 Teilen besteht:

  • Bänder (rechts und links an den 6-Jahres-Molaren zementiert)
  • Gesichtsbogen mit Hufeisenaufbiss und Gummi-Kette (teils ohne Gummi-Kette)
  • Nackenband mit Gummizügen

Das Equi C ist die einfachste und günstigste Methode einen Tiefbiss im Wachstum zu korrigieren. Ist das Wachstumsmuster ungünstig, kann der Tiefbiss nur stabilisiert jedoch nicht korrigiert werden. Wird das Equi C nicht regelmässig getragen, bleibt der Erfolg aus. Ist dies der Fall, muss man im Ober- und Unterkiefer eine festsitzende Apparatur einsetzen (Gartenhag), welche mit einer Aufbissplatte oder Aufbisselementen an den Molaren kombiniert wird. Um den 6-Jahresmolar zu stabilisieren, muss die Nachtspange auch bei einer festsitzenden Bracket-Apparatur weiterhin getragen werden.

Die Behandlungsdauer des Equi C ist unterschiedlich lang. Die aktive Korrektur-Phase kann zwischen 6 Monaten und 1.5  Jahren dauern. Die darauffolgende passive Phase (Stabilisierungsphase mit Reduktion der Tragedauer) kann bis zu 3 Jahren dauern, da  der Durchbruch der bleibenden Zähne abgewartet werden muss.

Zur Langzeitstabilisierung ist eine Nasenatmung und Umstellung der Muskulatur von grosser Wichtigkeit. Deshalb sollte auch bewusst die Nasenatmung gefördert werden.

Mögliche seltene Nebenwirkungen wie ein seitlicher Kreuzbiss können einfach mit einer festsitzenden Apparatur am Gaumen schnell korrigiert werden.

Gummizüge beim Equi C

Aus funktionellen und hygienischen Gründen sollte das Gummi mindestens 1–2x pro Woche gewechselt werden.

Reinigung

  • Bänder: Normale Mundhygiene betreiben, Speisereste vorsichtig entfernen (sonst kann es zu Zahnfleischentzündungen kommen)
  • Gesichtsbogen: Nach jedem Tragen kurz abspülen, bei Kalkresten tagsüber in Essig einlegen, danach abspülen
  • Nackenband (ohne Metallteile): Bei 30° in der Waschmaschine waschbar

Kontrollsitzungen

Die Kontrollsitzungen sollten alle 6-10 Wochen erfolgen. Am einfachsten vereinbaren Sie bei jedem Termin gleich den nächsten. Bitte versuchen Sie die Termine einzuhalten und nehmen Sie die Spange zu den Kontrollsitzungen mit. Viel Glück und Erfolg!

Mögliche Komplikationen

  • Morgens können die Zähne aufbissempfindlich sein oder leicht schmerzen
  • Ist das Nackenband zu locker oder fällt die Spange in der Nacht heraus, kann man den Zug selbständig erhöhen
  • Ist ein Band locker oder sogar herausgefallen in der Praxis anrufen (nicht die nächste Kontrollsitzung abwarten!). Durch Belastung und Auswaschen des Zementes kann dies vorkommen.
  • Die Spange sollte sorgfältig ohne Reissen nach vorne oder je nach eingestelltem Winkel leicht nach oben herausgenommen werden. Wird die Spange immer nach unten entfernt, lösen sich die Bänder schneller!
  • Passt die Spange nicht mehr, bitte anrufen und vorbeikommen

Tragedauer

Bei Vorbehandlung mit einem Headgear wird das Equi C von Anfang an 12 Stunden getragen. Ansonsten kann die Tragedauer langsam gesteigert werden bis spätestens nach 3–4 Wochen 12 Stunden erreicht werden. Ist das Behandlungsziel erreicht, prüft der Zahnarzt die Stabilität des Ergebnisses und setzt die weitere Tragedauer fest.

Nachtspange: Headgear

Was ist ein Headgear und wann wird er eingesetzt?

Der Headgear ist eine herausnehmbare Nachtspange, welche aus 3 Teilen besteht:

  • Bänder (rechts und links an den 6-Jahres-Molaren zementiert)
  • Gesichtsbogen (Strich nach oben)
  • Kopf- bzw. Nackenband mit Gummizügen

Die 6-Jahres-Molaren werden durch den Headgear nach hinten gezogen, was zu einer Optimierung der Verzahnung und Platzverhältnisse führt.

Der optimale Behandlungsstart ist zwischen 9 und 10 Jahren, je nach Zahnentwicklungsstadium.

Wenn die 12-Jahres-Molaren durchbrechen, kann der Headgear nur noch stabilisieren, nicht mehr korrigieren. Braucht es zu diesem Zeitpunkt noch eine Verschiebung der 6-Jahres-Molaren kann auf eine festsitzende Apparatur umgestellt werden (Top Jet). Dies ist auch nötig, wenn ein Patient nach einer längeren Tragezeit des Headgears keinen Erfolg zeigt.

Die Behandlungsdauer ist unterschiedlich lang. Die aktive Phase kann zwischen 6 Monaten – 1.5  Jahren dauern. Die darauffolgende passive Phase (Stabilisierungsphase mit Reduktion der Tragedauer) hängt von der nötigen weiteren Zahnkorrektur ab und kann bis zu 3 Jahren dauern, da  meistens der Durchbruch der Seitenzähne abgewartet werden muss. Erfolgt nach der Nachtspangen-Phase eine Behandlung mittels festsitzender Bracket-Apparatur, sollte diese zur Stabilisierung des 6-Jahres-Molaren parallel weiterhin getragen werden (jedoch mit einem Nackenband).

Tragedauer

Je nach Alter, Stadium der Wurzelentwicklung des zweiten Molaren und Empfindlichkeit des Patienten wird die Tragedauer täglich oder wöchentlich von 1h/Tag -> 2–3h/Tag -> die ganze Nacht und spätestens nach 3–4 Wochen 12 Stunden täglich gesteigert. Die 12 Stunden müssen nicht am Stück getragen werden. (Der Patient kann die Spange z.B. 10h in der Nacht und 2h am Nachmittag tragen).

Wird die Apparatur nach 4 Wochen nicht jede Nacht 12 Stunden getragen, wird das Behandlungsziel nicht oder nur sehr langsam erreicht. Ist das Behandlungsziel erreicht, kann man die nächste Zahnfehlstellung korrigieren (z.B. der Tiefbiss mittels Equi C) oder, wenn keine weitere Behandlung nötig oder erwünscht ist, die Behandlung langsam beenden. Die Tragedauer sollte jedoch nicht selbstständig reduziert werden.

Kontrollsitzungen

Die Kontrollsitzungen sollten alle 6–10 Wochen erfolgen.

Schwangerschaft und Zahngesundheit

Ihre Ernährungsgewohnheiten bekommt Ihr Kind mit. Deshalb ist eine gesunde ausgewogene Ernährung schon in der Schwangerschaft wichtig. Entzündungen gelangen via Blutkreislauf zu Ihrem Kind – deshalb ist insbesondere in der Schwangerschaft eine gute Mundhygiene von grosser Wichtigkeit.

Idealerweise erfolgt eine vollständige Befundaufnahme  inkl. Röntgenbilder vor der Schwangerschaft, um entzündliche Prozesse und potentiellen Problemen  vorzubeugen.

In der Schwangerschaft ist man infektanfälliger und es kommt schneller zu einer sogenannten Schwangerschaftsgingivitis (hormon und Zahnbelag bedingte Entzündung des Zahnfleisches) – mit einer professionellen Zahnreinigung und Zahnfleischbehandlung helfen wir Ihnen gerne.

Zahnbehandlungen sind in der Regel auch während der Schwangerschaft möglich –  je nach Gesundheitszustand und fortgeschrittener Schwangerschaft – bitte sprechen Sie mit ihrem Frauenarzt und uns darüber.

Post-OP: Verhalten, Medikamente und Begleiterscheinungen

Verhalten nach chirurgischen Eingriffen

  • Erst essen, wenn die Betäubung nachlässt (Bissverletzung)
  • Den Mund nicht stark ausspülen
  • Nicht rauchen
  • keinen Alkohol, Kaffee, Schwarztee, Energy Drink etc.
  • keine sportlichen Betätigungen in den ersten Tagen
  • 2 Tage regelmässig kühlen (maximal 10 Minuten, anschliessend 30 Minuten Pause)
  • Normale Mundpflege betreiben, Vorsicht im Wundgebiet

Mögliche Begleiterscheinung

  • Schwellung (Maximum am zweiten Tag nach dem Eingriff)
  • Eingeschränkte Mundöffnung
  • Hämatome (Blaue Flecken)
  • Nachblutungen (20 Minuten fest auf einen Tupfer oder Stofftaschentuch beissen)

Medikamente

Kinder/Jugendliche: Dosis dem Körpergewicht anpassen

  • Gegen Schmerzen: Ibuprofen/Algifor 400mg nach Bedarf, maximal 3 pro Tag
  • Desinfektion: Chlorhexamed Mundspülung, 2x täglich 30 Sekunden leicht spülen
  • Antibiotika: Co-Amoxi-Mepha 1g, 2x Täglich je 1 Tablette (Bei Penicillinallergie: Dalacin 300, 3x Täglich je 1 Tablette). So lange einnehmen, wie vereinbart, auch wenn die Beschwerden früher nachlassen

In dringenden Fällen sind wir für Sie da: 041 210 20 05

Verhalten bei Zahnunfällen

Bei einer Verletzung der Zähne oder des Zahnfleisches ist rasches Handeln wichtig. Reagiert man richtig, können die meisten verletzen Zähne gerettet werden.

Blutung

Auf ein Stück Gaze oder ein Stofftaschentuch beissen. Zusätzlich von aussen mit Eis oder einem Kühlbeutel kühlen. Kontaktieren Sie ihren Zahnarzt.

Gelockerte oder verschobene Zähne

Zähne nicht bewegen. Abgebrochene Zähne oder Zahnstücke suchen und zum Zahnarzt mitnehmen. Der Transport von abgebrochenen Zahnstücken erfolgt am besten in Wasser.

Ausgeschlagene Zähne

Nur an der Zahnkrone anfassen. Nie die Zahnwurzel berühren. Auch bei Verschmutzung auf KEINEN FALL REINIGEN. Der Transport von ausgeschlagenen Zähnen erfolgt optimal in der Zahnrettungsbox (Dentosafe). Dank einem speziellen Nährmedium kann ein Zahn in dieser Box über mehrere Stunden aufbewahrt werden. Ist keine solche Box zur Hand kann der Zahn in kalte Milch (UHT) eingelegt werden und muss schnellstmöglich zum Zahnarzt gebracht werden.

Jeder Unfall muss der Krankenkasse/Unfallversicherung gemeldet werden. Die meisten Zahnunfälle sind in der Grundversicherung eingeschlossen. Das volle Ausmass eines solchen Unfalles ist oftmals erst Jahre später erkennbar.

Vollnarkosen

Bei Ihnen oder Ihrem Kind ist aufgrund eines grossen und/oder dringenden Zahnsanierungsbedarfes, wegen einer Zahnarztphobie, sehr kleinem Alter und/oder geistiger Behinderung eine Zahnsanierung unter Vollnarkose indiziert.

Um Ihnen den Gang ins Spital zu ersparen, kommt ein professionelles Vollnarkose-Team zu uns in die Praxis. Der Anästhesiearzt wird sich  persönlich bei Ihnen melden, um alles Notwendige von der ärztlichen Seite her abzuklären.

Da bei Ihrem Kind vorgängig keine normale zahnärztliche Kontrolle möglich war, ist erst während der Vollnarkose eine komplette Bestandsaufnahme der Zähne inkl. Röntgenbildern möglich. Folglich kann keine zuverlässige Kostenschätzung für die  zu erwartenden zahnärztlichen Kosten gemacht werden.

Somit kann auch erst während der Vollnarkose entschieden werden, welche Zähne noch saniert werden können und welche Zähne nicht mehr erhalten, sondern entfernt werden müssen. Dies kann zur Folge haben, dass später eine kieferorthopädische Behandlung nötig wird.

Um die Zähne langfristig gesund zu halten, ist eine regelmässige zahnärztliche Kontrolle, professionelle Zahnreinigung und Unterstützung der Eltern durch Einhalten der Prophylaxe & Ernährungs-Tipps (siehe unten) unbedingt nötig.

Wir bitten Sie vorgängig eine Anzahlung mit beiliegendem Einzahlungsschein zu machen. Die restlichen Kosten können nach der erfolgten Zahnsanierung unter Vollnarkose beglichen werden – bei Bedarf nach Rücksprache  auch in Ratezahlung. Wir glauben und vertrauen Ihnen, dass Sie unsere Bemühungen auch wertschätzen.

Am Tag der Zahnsanierung unter Vollnarkose muss Ihr Kind nüchtern sein, um Aspirationszwischenfälle (Einatmung von Mageninhalt in die Atemwege) zu vermeiden.

  • Bis 6 Stunden vor dem Eingriff darf feste Nahrung oder milchhaltige Getränke eingenommen werden
  • Bis 2 Stunden vor dem Eingriff sind klare Flüssigkeiten erlaubt (Wasser, Tee, Sirup)
    (keine Fruchtsäfte mit Fruchtstückchen – kein Orangensaft – keine Milch)
  • Danach darf Ihr Kind nichts mehr zu sich nehmen!

Diese Regelung gilt für jegliche Narkoseart und muss aus Sicherheitsgründen strikte eingehalten werden.

Ihr Kind muss für die Zahnsanierung unter Vollnarkose gesund sein. Bitte melden Sie uns rechtzeitig, falls eine Erkältung mit einer Beeinträchtigung der Atemwege und/oder Fieber vorliegt.

Zahnschmerzen dürfen kurzzeitig mit den Schmerzmitteln Paracetamol (z.B. Dafalgan®) und Ibubrufen (z.B. Algifor®) (sofern verträglich) überbrückt werden. Die korrekte Dosierung entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage.

Bei dauernden Schmerzen, begleitet von Schwellung, Eiter und Fieber muss evtl. zusätzlich ein Antibiotikum eingesetzt werden. Bitte kontaktieren Sie uns.

Zwei erwachsene Personen sollten das Kind von der Praxis nach Hause begleiten und am Operationstag unter Aufsicht halten. Es sollte bequeme lockere nicht einengende Kleidung tragen.

Allgemeine Prophylaxe und Ernährungs-Tipps (vor- und insbesondere nach der Zahnsanierung sehr wichtig)

  • 3x täglich mit fluorhaltiger Zahnpasta putzen (v.a. auch nach Süssigkeiten! Abends nachputzen wenn nötig!)
  • Bei Kleinkindern: Für 3 Monate täglich, danach 2x wöchentlich: «Tooth mousse» abends nach dem Zähneputzen einmassieren (CAVE: nicht anwenden bei Lactose Intoleranz)
  • Bei grösseren Kindern und Erwachsenen: 1–2x wöchentlich Fluor Gelée abends nach dem Zähneputzen einmassieren (nicht mit Wasser nachspülen!)
  • Keine Süssgetränke und Süssigkeiten zwischendurch (auch auf angeblich gesunde Kinder-Fruchtsäfte verzichten – diese enthalten oft Unmengen von verstecktem Zucker! Ungezuckerte Tees und Wasser sind zu empfehlen.
  • Keine sauren Schleckwaren oder Getränke, auch wenn sie in der Werbung als Vitamin- oder Energy-Bombe angepriesen sind. Saure Schleckbonbons und Energydrinks (Red Bull etc.) sind für die Zähne sehr schädlich. Die darin enthaltenen Säuren zerstören den Zahnschmelz durch Zahnerosion und führen zu Zahnüberempfindlichkeiten!

 

Zahnspangen: Allgemeine Tipps und Tricks

Tipps und Tricks zur täglichen Mundhygiene

  • Elektrische Zahnbürste oder Handzahnbürste: Mechanische Reinigung der Kauflächen und Zahninnenseiten, Zahnaussenflächen oberhalb und unterhalb der Brackets mit Tooth Mousse mit integriertem Fluor (CAVE bei Laktose-Intoleranz!)
  • Spezielle Einzelbürste (single Brush): Mittags und besonders abends: rechts und links von jedem Bracket vollständig von Plaque und Speisereste befreien
  • Antibakterielle fluorhaltige Spüllösung: Abends nach der mechanischen Reinigung
  • Fluor Gelée: 1–2x wöchentlich abends einmassieren (danach nicht mit Wasser spülen)

Eine gute Mundhygiene, insbesondere während der Behandlung mit festsitzenden Apparaturen ist sehr wichtig zur Entzündungs- und Kariesprophylaxe. Ohne eine gute Mundhygiene muss die Behandlung aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgebrochen werden.

Auf süsse Zwischenmahlzeiten und insbesondere süsse Getränke sollte  verzichtet werden. Besonders Energy Drinks, Red Bull, Cola, Ice Tea, Fanta etc. sind sehr schädlich und verursachen nicht nur Karies sondern auch schmerzhafte Zahnerosionen.

Allgemeine Tipps und Informationen

Nachtspange (zur Stabilisierung der 6-Jahres-Molaren)  oder Gummizüge unbedingt wie vereinbart tragen um das Behandlungsziel schnellstmöglich zu erreichen!

  • Die Zähne sind oft die ersten 2–3 Tage nach Einsetzen der Apparatur oder eines neuen Bogens etwas sensibel und Die Zähne sind oft auch leicht beweglich.
  • Wachs/Silikon hilft als Lippen-/Wangenschutz oder wenn der Bogen zu lang ist. Wenn dies nicht hilft bitte anrufen und vorbeikommen.
  • Durch das Ausnivellieren (Begradigen) der Zähne oder Verschiebung des Bogens kann der Draht beim hintersten Zahn rausschauen und Schmerzen verursachen oder aushängen: Selber versuchen zurückzuschieben, wieder eingehängt, sonst melden und Termin vereinbaren.
  • Lockere Brackets oder Bänder melden und Termin vorschieben.
  • Ferien (nur Ausnahmesituation): Selbständig bei Problemen mit kleinem Drahtschneider (coop/Migros) vorsichtig Draht durchtrennen und bei der Problemstelle entfernen. Melden, sobald Sie wieder zu Hause sind (auch wenn wir Ferien haben, sind wir in Notfällen für Sie da).
  • Störende abstehende Stahlligatur selber vorsichtig zurückbiegen, sonst Termin vereinbaren. Bei Verlust melden.
  • Die Kontrolle sollte alle 4–5 Wochen (in Ausnahmefällen länger) erfolgen, damit nicht unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Bitte melden Sie sich, wenn Sie keinen Kontrolltermin haben.

Nach der Spangenbehandlung muss das erreichte Ziel mittels geklebten Retainern oder Schienen lebenslang nachts stabilisiert werden, um kein Rezidiv zu erhalten.

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Zahnspangen: Dehnplatten und Aufbissplatten

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Die Dehnplattenbehandlung ist eine einfache günstige Therapie um einen Schmalkiefer in jungen Jahren zu beheben. Bleibt der einseitige Kreuzbiss oder Schmalkiefer über Jahre unbehandelt, kann aus einer Zahnfehlstellung eine Kieferfehlstellung entstehen, welche viel aufwendiger und teurer zu korrigieren ist.

Platten können nur bis zu einem bestimmten Alter und Schweregrad verwendet werden. Sind die Kinder zu alt oder der Oberkiefer zu schmal, kommen andere kieferorthopädische Geräte zum Einsatz.

Mittels Platten können dank zusätzlichen Dehnschrauben oder Federn auch einfache Zahnkippungen oder – verschiebungen erfolgen. Platten sind herausnehmbare kieferorthopädische Geräte und behindern somit die Mundhygiene nicht

Funktion und Tragedauer

Durch Aktivieren der Schraube alle … Tage werden die Zähne nach aussen gekippt.

Achtung: Der Schraubschlüssel funktioniert nicht wie eine Ratsche!

Die Zähne können etwas empfindlich sein, sollten aber nicht Schmerzen verursachen. In dieser Phase (aktive Phase) muss die Spange nach der Aktivierung ganz satt an die Zähne gedrückt und fleissig 24 Stunden getragen werden, um einen Effekt zu haben. Entfernt wird die Spange i.R. nur zum Zähneputzen und Essen.

Achtung: Muss ein Kreuzbiss bei den Frontzähnen überstellt werden, muss die Platte auch zum Essen getragen werden, um die zu überstellenden Zähne beim Überstellen nicht zu beschädigen.

Die aktive Korrektur-Phase dauert in der Regel einige Monate. Ist das Ziel erreicht, wird die Spange häufig noch zur Stabilisierung (Retention) getragen (passive Phase) bis der Seitenzahnwechsel abgeschlossen ist. Da die Spange dann oft nur nachts getragen werden muss (nach Rücksprache mit dem Zahnarzt/-in) ist dies auch nicht belastend.

Häufig erfolgt danach eine Neubeurteilung der Bisssituation und je nach Notwendigkeit und Wunsch eine Weiterbehandlung.

Komplikationen

Wirkliche Komplikationen und Probleme sind selten. Es können jedoch Druckstellen auftreten, welche einfach behoben werden können oder es kann sein, dass die Platte nicht mehr passt. Dies kann sein, weil die Platte nach der Aktivierung nicht satt genug angedrückt oder zu wenig getragen wird oder ein neuer Zahn durchbricht.

Reinigung

Die Zähne müssen vor dem Einsetzen gut gereinigt werden. Regelmässiges Abspülen der Platte mit Wasser reicht in der Regel. Bei Kalkresten kann sie auch in Essig eingelegt werden.

Kontrollsitzungen

Die Kontrollsitzungen finden in der aktiven Phase alle 4–5 Wochen statt, in der passiven Stabilisierungsphase ist das Intervall grösser. Bitte versuchen Sie die Termine einzuhalten und nehmen Sie die Spange zu den Kontrollsitzungen mit.

Zahnspangen: Lingualbogen (Libo)

Was ist ein Lingualbogen und wann wird er eingesetzt?

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Der Lingualbogen ist ein einfaches kostengünstiges Gerät, um den 6-Jahres-Molaren bei Engständen oder drohendem Platzmangel zu stabilisieren. Er wird an den Unterkiefer 6-Jahres-Molaren an fest zementierten Bändern eingehängt und nur durch den Zahnarzt zur Zahnreinigung oder Aktivierung der Schlaufen entfernt.

Mögliche Komplikationen

Wie bei jeder Spange muss man sich anfangs an die Einengung des Zungenraumes gewöhnen. Die Zunge lernt jedoch schnell, so dass man nach kurzer Zeit wieder normal sprechen kann.

Die Aktivierungsschlaufen werden durch den Zahntechniker im Gleichgewicht zwischen Zungenboden- und Zungenmuskulatur gelegt und können bei ungenügender Speiserestentfernung Entzündungen und Druckstellen verursachen, welche durch einfaches Wegbiegen durch den Zahnarzt behoben werden können.

Das Spielen am Bogen mit der Zunge sollte man unterlassen, da dieser aushängen kann. Sollte dies trotzdem vorkommen, kann man selber versuchen, den Bogen wieder einzusetzen.

Da der Zement auswaschbar ist, kann sich auch mal ein Band lösen, welches einfach durch den Zahnarzt wieder befestigt werden kann. Ist jedoch ein Band gerissen, braucht es zur Reparatur zwei Sitzungen.

Sehr selten bricht ein Bogen und man muss diesen durch den Techniker neu anfertigen lassen, was auch zwei Sitzungen benötigt.

Ebenfalls sehr selten bricht der bleibende Eckzahn so ungünstig durch, dass der Bogen im Durchbruch stört. Dann muss ebenfalls durch den Techniker ein neuer Bogen angefertigt werden.

Reinigung

Man muss die Zähne regelmässig gut reinigen und insbesondere bei den Schlaufen darauf Acht geben, alle Speisereste gründlich zu entfernen, da diese sonst Entzündungen verursachen können. Diese kann man z.B. mit einer gekrümmten Interdentalbürste entfernen. Zahnstein kann regelmässig bei den Kontrollsitzungen einfach entfernt werden.

Tragedauer

In der Regel wird der Lingualbogen bis zum Seitenzahnwechsel belassen, in gewissen Fällen sogar anfangs noch parallel zur fixen Bracket-Apparatur (Gartenhag).

Kontrollsitzungen

Die Kontrollsitzungen sollten alle 7 Wochen (+/-) erfolgen. Bei Schwierigkeiten oder Problemen können Sie sich jederzeit früher melden.

Stabilisierung

Nach einer Behandlung mit dem Lingualbogen muss die Eckzahndistanz unbedingt z.B. mit einem geklebten Retainer stabilisiert werden, um ein Rezidiv zu vermeiden.

Zahnspangen: GNE (Gaumennahterweiterung) und Kunststoffkappenschiene

Was ist eine GNE oder Kunststoffkappenschiene und wann wird diese Apparatur eingesetzt?

gne-gaumennahterweiterung kunststoffkappenschiene

Die GNE-Apparatur ist eine festzementierte Oberkieferdehnapparatur, welche bei zu schmalem Oberkiefer bei Kindern im Schulalter eingesetzt wird, wenn eine einfache Dehnapparatur nicht mehr ausreicht.

Zu schmale Oberkiefer sollten rechtzeitig behandelt werden, damit die bleibenden Oberkieferzähne Platz bekommen, der Patient seitlich richtig zusammen beissen kann und der Unterkiefer nicht im Wachstum gehemmt oder fehlgesteuert wird. (Man spricht auch von einem seitlichen Kreuzbiss, Laterookklusion und drohender Laterognathie (skelettaler Fehlstellung des Unterkiefers / Kieferschieflage).

Ist der seitliche Kreuzbiss einseitig oder einseitig mehr ausgeprägt, kann eine Kunststoffkappenschiene mit Aufbissen eingesetzt werden, um die Dehnung optimal zu steuern. Wenn die Symmetrie erreicht ist, können diese Aufbisse entfernt werden und man kann weiterdehnen.

Neuste Studien zeigen, dass eine GNE beim Jugendlichen sogar noch länger einsetzbar ist, als lange angenommen wurde, nämlich durch eine sogenannte «pulsierende Dehnung».

Funktion und mögliche Nebenwirkungen

Die GNE bewirkt eine körperliche Verschiebung der Oberkieferseitenzähne durch eine Dehnung der Gaumensutur (im Gegensatz zu der Dehnplatte, welche lediglich eine Buccalkippung der Zähne bewirken kann, wenn diese nach innen gekippt sind).

Als mögliche Nebenwirkung ist ein Diastema (Zahnlücke) ein normales Zwischenergebnis. Die Frontzähne kippen danach wieder in die Lücke zurück.

Eine Schonkost ist während der aktiven Behandlung empfehlenswert, da die Zähne empfindlich sind und ein zu starkes Kauen ein Lösen der Apparatur fördert. Empfindlichen Patienten kann in dieser Phase auch ein Schmerzmittel gegeben werden (Dafalgan oder Algifor). Falls Schmerzen am Nasensteg entstehen (sehr selten), muss die Dehnung langsamer erfolgen (nach Rücksprache mit dem Zahnarzt!).

Löst sich die Apparatur, muss diese sofort durch den Zahnarzt rezementiert werden! Es darf NICHT weiter gedehnt werden! Patienten berichten sogar, dass sie nach einer Dehnung mittels GNE plötzlich besser durch die Nase atmen können.

Tragedauer

Die Dehnung mittels GNE oder Kunstoffkappenschiene erfolgt schnell, sodass das Ziel bereits nach wenigen Tagen / Wochen erreicht ist. Da jedoch immer ein leichtes Rezidiv zu erwarten ist, muss man leicht überdehnen.

Nach Überstellung des Kreuzbisses, muss die gewonnene Breite durch 6-monatiges Belassen der Apparatur stabilisiert werden. Wenn erwünscht kann dafür auch eine herausnehmbare Stabilisierungsdehnplatte oder ein festsitzender graziler Gaumenbügel eingesetzt werden, bis die Weiterbehandlung mittels Bracketapparatur erfolgen kann.

Eine lebenslange Stabilisierung nachts mittels Stabilisierungsdehnplatte wird empfohlen!

Reinigung

Eine gute Mundhygiene und regelmässige Reinigung der Zähne und der Apparatur mit einer normalen Hand- oder Schallzahnbürste mit fluorhaltiger Zahnpasta ist bei festsitzenden Apparaturen sehr wichtig. Die Bügel können zusätzlich mit einer Single Brush, Interdentalbürsten oder spezieller Zahnseide mit einem flauschigen Zwischenteil gereinigt werden, wenn sich darin Speisreste verfangen.

Bitte melden Sie sich bei Fragen oder Schwierigkeiten mit der Apparatur zu den Praxisöffnungszeiten: 041 210 20 05
Im Notfall: 076 573 32 07

 

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