Zahnwissen

All on 4: Festsitzende Versorgung eines zahnlosen Kiefers

Wenn alle Zähne bereits fehlen oder die noch vorhandenen Zähne nicht erhalten werden können, bleibt nur die Herstellung von Totalprothesen.

Halt und Kaukomfort von solchen schleimhautgetragenen Prothesen sind jedoch häufig ungenügend. Zudem ist der Geschmackssinn durch die Abdeckung des Gaumens deutlich reduziert.

Eine Alternative zur Totalprothese bietet eine fest verschraubte Brücke welche mit 4 Implantaten im Kieferknochen verankert wird. Bei der All on 4-Methode kann dank einer Abwinkelung der Implantate in den allermeisten Fällen auf aufwändige Knochenaufbauten verzichtet werden. Dadurch verringert sich die Behandlungsdauer deutlich. In der Regel können die Patienten innerhalb von 24 Stunden mit fest sitzenden Zähnen versorgt werden.

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Nobel Biocare © 

Vorgehen

  1. Diagnostik, Planung und Aufklärung
  2. Implantation uns Sofortversorgung mit fest verschraubten Zähnen (Langzeitprovisorium) in Lokalanästhesie oder Vollnarkose
  3. Herstellung der definitiven Versorgung nach frühestens 4 Monaten

Alternativen

  • Versorgung auf mehr Implantaten mit Knochenaufbau
  • Herausnehmbare Prothesen

Risiken

  • Implantatverlust (2–3 % der Implantate), erhöhtes Risiko bei Raucher!
  • Knochenabbau um die Implantate (langfristig)

Behandlungen in Lachgassedation 

Kinder, Patienten mit Würgreflex, Angstpatienten (Spritzenphobie) oder Patienten mit Behinderung

Die zahnärztliche Behandlung in Lachgassedation ist eine weltweit anerkannte Methode, welche besonders in der Kinderzahnmedizin, aber auch bei erwachsenen Angstpatienten und Behinderten in modernen Zahnarztpraxen mit viel Erfolg eingesetzt wird – wichtig ist die richtige Indikation, Aufklärung, Durchführung und Ausrüstung.

Wir verfügen über eine modernste Lachgas-Anlage welche immer eine ausreichende Sauerstoffzufuhr garantiert.

Das Einatmen der Mischung von Lachgas und Sauerstoff (mindestens 30%, vgl. Luft: nur 21%) ist ein gutes Sedativum (Beruhigungsmittel). Es dämpft das Bewusstsein und reduziert die Schmerzempfindung (schwaches Analgetikum). Man spürt ein leichtes Kribbeln in den Armen und Beinen, hat ein verändertes Raum-Zeitgefühl und ist entspannt. Bei Patienten mit starkem Würgreflex wird dieser bereits in niederen Dosen unterdrückt, was eine zahnärztliche Behandlung für diese Patienten erleichtert. Man schläft NICHT wie bei einer Vollnarkose. Die Schutzreflexe bleiben intakt.

Lachgas ist kein «Wundermittel» und funktioniert nicht bei jedem. Der Patient muss eine Behandlung wollen! Ohne Mitarbeit ist auch die Lachgassedation unmöglich. Unter Zwang ist keine erfolgreiche Behandlung ohne psychischen Schaden durchführbar. Es ist möglich, dass das eine Mal alles gut geht, aber ein weiteres Mal die Behandlung abgebrochen werden muss trotz grossen Bemühungen. Lachgas unterstützt willige Patienten und hilft, eine zahnärztliche Behandlung ohne  Traumatisierung durchzuführen.

Ist das Kind zu klein, der Sanierungsbedarf zu gross oder hat jemand extreme Angst muss abgeklärt werden, ob nicht evtl. eine Vollnarkose sinnvoller wäre.

Eine zahnärztliche Behandlung in Lachgassedation erfordert eine hohe Konzentration aller beteiligten Personen. Sie dürfen gerne bei der Behandlung im Zimmer sein zur Unterstützung Ihres Kindes, aber verhalten sie sich still und ruhig, dass das Kind nicht abgelenkt ist. Ängstliche Eltern bleiben besser im Wartezimmer, um nicht ihre eigenen Ängste auf das Kind zu projizieren.

Verhaltensregeln am Tag der Behandlung in Lachgassedation

  • Es empfiehlt sich am Tag der Zahnbehandlung in Lachgassedation keine schweren Mahlzeiten zu sich zu nehmen, sowie auf Milch zu verzichten, da diese in Kombination mit Lachgaskonzentrationen über 50/50 zu Übelkeit und Erbrechen führen können. Daher empfehlen sich bei schwierigen Patienten Termine morgens! In Abhängigkeit der notwendigen Dosierung kann ein leichtes Frühstück oder Mittagessen toleriert werden – dies jedoch nur nach Vereinbarung mit dem behandelnden Zahnarzt.
  • Schmerzmittel Ibuprofen (z.B. Algifor®): Besonders bei chirurgischen Eingriffen: 1 Stunde vor Behandlungsbeginn (Die korrekte Dosierung (abhängig vom Körpergewicht/ Alter) entnehmen Sie bitte der Packungsbeilagen. Algifor® erhalten Sie rezeptfrei in jeder Apotheke)
  • Nasenatmung: Kinder, welche sogenannte Mundatmer sind, sollten vorgängig Übungen zur Verbesserung der Nasenatmung machen.

Abschliessend möchten wir Sie noch darauf hinweisen, dass bei einer Erkrankung, auch bei einer Erkältung mit Schnupfen oder Husten, die geplante Zahnbehandlung nicht durchgeführt werden sollte. Bitte rufen Sie uns frühzeitig an.

Bestechen Sie bitte Ihr Kind nicht und setzen Sie es nicht unter Druck. Auch wenn einmal eine Behandlung nicht durchführbar ist und das Kind einen schlechten Tag hat, kritisieren und bestrafen Sie es nicht. Motivieren Sie es für ein weiteres Mal und loben Sie es, für das was es bereits geleistet hat. Für den zeitlichen Aufwand werden wir Ihnen nur einen Anteil berechnen.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre Mitarbeit                                                                      Ihr Brunner-Team

Bisphosphonate

Bisphosphonate sind Medikamente, die zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose und weiteren Knochenerkrankungen  verwendet werden. Sie hemmen den Knochenabbau und helfen somit die Knochenmasse stabil zu halten.

Ein wichtiger Nebeneffekt bei der Therapie mit Bisphosphonaten ist das Auftreten von Knochennekrosen (abgestorbene Knochenareale) insbesondere im Kieferknochen.

Diese Nekrosen können als Folge eines chirurgischen Eingriffes (z.B. einer Zahnentfernung) aber auch spontan entstehen.

Um dem Auftreten solcher Nekrosen vorzubeugen sind folgende Punkte zu beachten:

  • Untersuch und Sanierung VOR einer Bisphosphonattherapie
    Eine ausführliche klinische und radiologische Untersuchung hilft mögliche Entzündungsherde frühzeitig zu erkennen. Um Probleme in Zukunft zu vermeiden, werden sämtliche Zähne mit Erkrankungen saniert oder falls notwendig entfernt.
  • Massnahmen WÄHREND einer Bisphosphonattherapie
    Um das Risiko eines Infektes zu minimieren, müssen in regelmässigen Abständen (alle 4–6 Monate) die Zähne professionell gereinigt und die gesamte Mundhöhle kontrolliert werden.
  • Häufigkeit einer Bisphosphonatinduzierten Osteonekrose des Knochens
    Das Risiko einer Knochennekrose ist generell als gering einzustufen. Je nach Medikament und Grunderkrankung kann das Risiko variieren.

Erosionen und Zahnüberempfindlichkeiten

Energydrinks und Bulimie

Durch säurehaltige Getränke, saure Nahrungsmittel und Magensäure bei Reflux und Bulimie entstehen an den Zähnen Erosionen. Eine Erosion ist eine nicht kariesbedingte Schädigung der Zahnhartsubstanz. Der weggespülte Zahnschmelz entblösst das empfindliche Dentin, was schmerzhaft sein kann. Erosionen sind ein grosses Problem der heutigen Jugend. Die Folgen sind irreversibel.

Sprechen Sie uns darauf an, wenn Sie weitere Informationen wünschen.

Kinderbehandlung: Milchzähne, Ihre Funktion, Pflege und Probleme

Gesunde Milchzähne sind die Basis für lebenslang gesunde Zähne. Sie dienen nicht nur dem Kauen, sondern haben zudem eine Platzhalterfunktion für die zweiten bleibenden Zähne. Die Milchfrontzähne dienen der Zungen- und Gehirnentwicklung.

Wie bei den bleibenden Zähnen ist der Zucker der grösste Feind der Milchzähne. Oberstes Gebot ist deshalb: Zuckerkonsum lenken und Häufigkeit senken. Umgesetzt heisst dies kein Honig, Zucker oder Sirup auf den Nuggi oder in die Trinkflasche, süsse Zwischenmahlzeiten und v.a. süsse Getränke zwischendurch meiden. Süsses auf Hauptmahlzeiten konzentrieren und danach die Zähne putzen.

Mit dem Durchbruch des ersten Zahnes sollte mindestens 1x täglich mit einer fluorhaltigen Kinderzahnpasta eine Zahnreinigung erfordern – spätestens mit 2 Jahren 2–3x täglich. Dies sollte spielerisch erfolgen. Ab dem 6. Lebensjahr kann auf eine Juniorzahnpasta umgestellt werden. Mit Durchbruch des ersten bleibenden Backenzahnes (6-Jahres-Molaren) empfiehlt sich 1x wöchentlich Fluoridgelée zu verwenden, denn die neu durchgebrochenen Zähne sind die ersten 3 Jahre am kariesanfälligsten und werden durch Fluoride säureresistenter gegenüber Bakterienangriffen.

Der Zeitpunkt des Zahndurchbruchs ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind etwas früher oder später seine Zähne bekommt als andere Kinder. Es gibt nämlich sogenannte Früh- und Spätzahner. Bricht ein Zahn innerhalb der geschlossenen Zahnreihe durch (oft bei Unterkieferfrontzähnen), ist dies nicht problematisch, wenn der entsprechende Milchzahn beweglich ist. Durch den Zungendruck wird der bleibende Zahn später in die Zahnreihe geschoben. Ist der Milchzahn fest, sollten Sie sich melden. Im Seitenzahnbereich kann es vorkommen, dass der Nachfolger nicht alle Wurzeln der Milchmolaren resorbieren kann und ausserhalb bzw. innerhalb der Zahnreihe durchbricht. Eine kurze Kontrolle bringt auch in diesem Fall Klarheit. Ist ein Milchzahn noch lange fest, obwohl die anderen Zähne bereits gewechselt haben, ist es unter Umständen sinnvoll ein Panorama-Röntgenbild (OPT) anzufertigen. Es gibt nämlich auch sogenannte Nichtanlagen (nicht angelegte bleibenden Zähne), wobei die Milchzähne einfach nicht rausfallen. In solchen Fällen sollten weitere Abklärungen erfolgen.

Kariöse Milchzähne müssen versorgt oder entfernt werden, denn sie sind Eintrittspforten für Bakterien in den Körper. Sie können sogar zu einem Abszess führen (dicke Eiterbacke), welcher unbehandelt lebensbedrohlich werden kann. Ein rechtzeitiges Entdecken ist dabei sehr wichtig. Da visuell nur ein Bruchteil der Karies (Löcher) entdeckt wird, sind Röntgenbilder notwendig. Spätestens wenn eine kariöse Läsion entdeckt wird, ist es wichtig, auch die anderen, teils noch nicht ersichtlichen Kariesstellen mittels Röntgenbildern ausfindig zu machen und wenn sie ins Dentin durchgebrochen sind zügig zu sanieren.

 

 

Kinderbehandlung: Wie bereite ich mich und mein Kind optimal auf den Zahnarzttermin vor

Uns ist es wichtig, dass sich Ihr Kind bei uns wohl und geborgen fühlt. Nehmen Sie sich Zeit für den Zahnarztbesuch und setzen Sie das Kind nicht unter Erfolgsdruck. Kommen Sie mit Ihrem Kind nicht erst, wenn es Zahnweh hat. Behandlungen sind dann viel schwieriger. Auch Bestechungen, Drohungen, Lügen und gut gemeinte aber negativ-belastete Wörter wie „keine Angst“ – „macht nicht weh“  sind hier fehl am Platz und kontraproduktiv. Versuchen Sie zudem eigene Ängste und schlechte Erfahrungen nicht auf das Kind zu projizieren. Wecken Sie vielmehr die Neugier Ihres Kindes und versuchen Sie eine positive Einstellung zu haben.

Auch wenn einmal eine Behandlung nicht durchführbar ist und das Kind einen schlechten Tag hat, kritisieren und bestrafen Sie es dafür nicht. Motivieren Sie es vielmehr für ein weiteres Mal und loben Sie es, für das was es bereits geleistet hat. Für den zeitlichen Aufwand werden wir Ihnen nur einen Anteil berechnen, denn für uns ist das Wohlergehen Ihres Kindes wichtig.

Wir Erwachsenen möchten oft alles in einem Termin erledigt haben. Dies ist nicht immer auch kindergerecht. Kinder haben meist nicht die Ausdauer und das Durchhaltevermögen von uns Erwachsenen. Eine Behandlung kann erst erfolgen, wenn eine Vertrauensbasis geschaffen ist. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen bauen wir mit ihrem Kind zusammen in seinem Tempo dieses Vertrauen auf und führen es Schritt für Schritt an eine Behandlung heran. Bei einem Kind gelingt dies schon in der ersten Sitzung, bei einem anderen sind mehrere Sitzungen erforderlich.

Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie Ihr Kind ins Behandlungszimmer begleiten und Ruhe ausstrahlen. Überlassen Sie uns bitte die Kommunikation zum Kind. Nur so können wir Vertrauen aufbauen und eine kindergerechte Behandlung durchführen.

Wir hoffen Ihnen mit diesem Aufklärungsblatt weitergeholfen zu haben und freuen uns auf Sie und Ihr Kind. Vielen Dank für Ihr Vertrauen!

Kinderbehandlung: Nuggi/Schnuller, Daumenlutschen, Wangensaugen, Lippenbeissen, -saugen

Dies sind alles Gewohnheiten, welche harmlos beginnen, aber leicht Unsitten werden können. Im unangenehmsten Fall führen diese zu Deformationen des Kiefers sowie einer Fehlhaltung der Zunge.

Neuste Studien der Universität Basel zeigen, dass regelmässiges Schnullertragen nach dem zweiten Lebensjahr bedeutend mehr Fehlstellungen verursacht (frontal offener Biss, Unterkieferrücklage, funktioneller Kreuzbiss mit assymetrischer Muskelbelastung und daraus entstehender Gesichtsassymetrie).

Deshalb empfehlen wir den Schnuller wenn möglich mit 2 Jahren abzusetzen, ansonsten zumindest auf flache Schuller umzusteigen (Curaprox, Mam mit flachem Ansatz) und die Tragedauer immer mehr zu reduzieren, sowie andere Gewohnheiten zu unterbinden.

 

Kinderbehandlung: Zahnarztbesuch

Uns ist es wichtig, dass sich Ihr Kind bei uns wohl und geborgen fühlt. Nehmen Sie sich Zeit für den Zahnarztbesuch und setzen Sie das Kind nicht unter Erfolgsdruck. Kommen Sie mit Ihrem Kind nicht erst, wenn es Zahnweh hat. Behandlungen sind dann viel schwieriger. Auch Bestechungen, Drohungen, Lügen und gut gemeinte aber negativ-belastete Wörter wie «keine  Angst» – «macht nicht weh» sind hier fehl am Platz und kontraproduktiv. Versuchen Sie zudem eigene Ängste und schlechte Erfahrungen nicht auf das Kind zu projizieren. Wecken Sie vielmehr die Neugier Ihres Kindes und versuchen Sie eine positive Einstellung zu haben.

Auch wenn einmal eine Behandlung nicht durchführbar ist und das Kind einen schlechten Tag hat, kritisieren und bestrafen Sie es dafür nicht. Motivieren Sie es vielmehr für ein weiteres Mal und loben Sie es, für das was es bereits geleistet hat. Für den zeitlichen Aufwand werden wir Ihnen nur einen Anteil berechnen, denn für uns ist das Wohlergehen Ihres Kindes wichtig.

Wir Erwachsenen möchten oft alles in einem Termin erledigt haben. Dies ist nicht immer auch kindergerecht. Kinder haben meist nicht die Ausdauer und das Durchhaltevermögen von uns Erwachsenen. Eine Behandlung kann erst erfolgen, wenn eine Vertrauensbasis geschaffen ist. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen bauen wir mit ihrem Kind zusammen in seinem Tempo dieses Vertrauen auf und führen es Schritt für Schritt an eine Behandlung heran. Bei einem Kind gelingt dies schon in der ersten Sitzung, bei einem anderen sind mehrere Sitzungen erforderlich.

Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie Ihr Kind ins Behandlungszimmer begleiten und Ruhe ausstrahlen. Überlassen Sie uns bitte die Kommunikation zum Kind. Nur so können wir Vertrauen aufbauen und eine kindergerechte Behandlung durchführen.

Kinderbehandlung: Zahnzusatzversicherung

Besonders bei aufwändigeren zahnärztlichen Behandlungen (z.B. kieferorthopädische Zahnstellungskorrekturen) lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung. Diese sollte vor dem 4. Lebensjahr abgeschlossen werden, da Ihr Kind danach bei den meisten Versicherungen nicht mehr ohne ein zahnärztliches Attest aufgenommen wird. Informieren Sie sich, wie dies bei Ihrer Versicherung geregelt ist. Künden Sie die Zahnzusatzversicherung keinesfalls unmittelbar vor oder während einer laufenden Behandlung, da Sie dies nicht rückgängig machen können und danach alle Kosten selber tragen müssen.

Zahnfehlstellung: Notwendige Diagnostische Unterlagen

Aufklärungsblatt: Planungsunterlagen Spangenbehandlung

Ihr Wohlbefinden und Ihre Zufriedenheit sind nebst schönen gesunden Zähnen unser oberstes Gebot! Deshalb möchten wir Sie über die Notwendigkeit von Planungsunterlagen aufklären.

Damit wir Sie bei Zahnfehlstellungen bestmöglich beraten können, braucht es nebst dem geübten Blick durch den Zahnarzt kieferorthopädische Studienmodelle zur Analyse und juristischen Dokumentation. Diese werden mittels Abdruck (Alginat) oder Scan hergestellt. Fotoaufnahmen ergänzen diesen Befund und werden aus juristischen Gründen zusätzlich vor Einsetzen der Apparatur angefertigt.

Es wird ein 2D Röntgenbild (Panoramaschichtaufnahme, kurz: OPT) benötigt, um pathologische Prozesse auszuschliessen und bei Kindern zusätzlich die Zahnanlagen zu prüfen. Nicht selten gibt es quer liegende obere Eckzähne, welche bei Nicht- oder zu Spät-Erkennen die Wurzeln der seitlichen Schneidezähne zerstören. Es gibt auch viele Nichtanlagen, d.h. unter einem Milchzahn ist kein bleibender Zahn angelegt. Überzählige Zähne, können den Durchbruch bleibender Zähne stören! Dies muss rechtzeitig erkannt werden und benötigt spezielle Therapien.

Zahnverbundene Zysten, freie sich ausdehnende Knochen Zysten oder Entzündungen können in jedem Alter auftreten und müssen vor einer Spangentherapie behandelt werden.

Insbesondere bei Kindern, sowie bei komplexeren Zahnfehlstellungen bei Erwachsenen wird eine seitliche 2D Röntgenaufnahme (Fernröntgenbild, kurz FR/FRS) benötigt. Bei Kindern ist das FR zudem massgebend, ob die Behandlungskosten von der IV übernommen werden oder nicht. Erst ab Datum FR können bei entsprechenden Winkelgrössen die Kosten für die ganze Behandlung bis zum 20. Lebensjahr übernommen werden, danach franchisenabhängig von der Krankenkasse.

Mit dem FR kann bei Kindern u.a. das Wachstumsmuster bestimmt werden. Gewisse Apparaturen dürfen bei gewissen Wachstumsmustern nicht eingesetzt werden.

Wichtig ist das FR aber auch bei Erwachsenen, um die Frontzahnachse und die Lage der Frontzähne im Kiefer zu beurteilen. Sind die Frontzähne bereits über die stabile Knochenbasis hinausgeschoben, dürfen diese bei beispielsweise frontalem Engstand nicht weiter vorgeschoben werden, da dies zu unerwünschten Langzeitfolgen führen kann (Zahnfleischrückgang, Rezessionen etc.).

In Sonderfällen ist auch ein 3 D Röntgenbild gerechtfertigt, sogenanntes DVT. Darauf ist die genaue Lagebeziehung der Zähne zueinander (z.B. bei retinierten Zähnen) oder zum Nerv bei Weisheitszahnoperationen oder anderen anatomischen Strukturen ersichtlich.

Für die erste Planungsphase entstehen somit relativ hohe Kosten wegen teuren Geräten und viel administrativem Aufwand, welche seitens Patienten oft gar nicht wahrgenommen werden. Diese Unterlagen sind essentiell für eine professionelle vollumfängliche korrekte Planung. Uns ist es wichtig, dass Sie diesen Aufwand verstehen und hoffen, mit diesem Aufklärungsblatt mögliche Fragen beantwortet zu haben.

Aufgrund unserer Erfahrung mit Kindern, deren Zahnwechsel und ihren Schwierigkeiten sowie Zahnfehlstellungen werden wir zum optimalen Zeitpunkt die notwendigen Unterlagen veranlassen und Sie bei der Erstellung der Unterlagen über die möglichen Therapien vorinformieren.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen, Miranda Brunner & Team

Kieferorthopädie: Zahnstellungskorrektur mittels verschiedenster Apparaturen

Dank intensiver Weiterbildung auf dem Gebiet der Kieferorthopädie und unserer Erfahrung mit Zahnfehlstellungen, können wir Ihnen je nach Befund und Diagnose auf Sie oder ihr Kind zugeschnittene kieferorthopädische Therapien anbieten.

Wir haben sehr viel Erfahrung mit altbewährten Behandlungsmethoden wie Nachtspangen (Headgear, Equi C, Vorschubdoppelplatten nach Sander), aber auch einfachen Dehn-oder Aufbissplatten, Mundvorhofplatten, festitzenden GNE (Gaumennahterweiterungen) und Gaumenbügel (MIA Quadhelix, Gosh), Lingualbügel (zur 6er Stabilisierung, Platzverteidigung und/oder Frontproklinierung) und Retainer.

Modernste 6er Distalisierung mittels Top Jet und Carriere haben wir auch schon viele Male erfolgreich eingesetzt und unsere Experience Mini Brackets sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern bieten auch einen angenehmen Tragekomfort und Bogenwechsel.

Unser Zahntechniker erstellt auch angenehme Korrekturschienen (Aligner) bei einfachen Fehlstellungen. Bei komplexeren Zahnfehlstellungen, wo Patienten eine Schienentherapie wünschen, arbeiten wir mit der Schweizer Firma Nivellipso zusammen.

 

 

 

Schwangerschaft und Zahngesundheit

Ihre Ernährungsgewohnheiten bekommt Ihr Kind mit. Deshalb ist eine gesunde ausgewogene Ernährung schon in der Schwangerschaft wichtig. Entzündungen gelangen via Blutkreislauf zu Ihrem Kind – deshalb ist insbesondere in der Schwangerschaft eine gute Mundhygiene von grosser Wichtigkeit.

Idealerweise erfolgt eine vollständige Befundaufnahme  inkl. Röntgenbilder vor der Schwangerschaft, um entzündliche Prozesse und potentiellen Problemen  vorzubeugen.

In der Schwangerschaft ist man infektanfälliger und es kommt schneller zu einer sogenannten Schwangerschaftsgingivitis (hormon und Zahnbelag bedingte Entzündung des Zahnfleisches) – mit einer professionellen Zahnreinigung und Zahnfleischbehandlung helfen wir Ihnen gerne.

Zahnbehandlungen sind in der Regel auch während der Schwangerschaft möglich –  je nach Gesundheitszustand und fortgeschrittener Schwangerschaft – bitte sprechen Sie mit ihrem Frauenarzt und uns darüber.

Post-OP: Verhalten, Medikamente und Begleiterscheinungen

Verhalten nach chirurgischen Eingriffen

  • Erst essen, wenn die Betäubung nachlässt (Bissverletzung)
  • Den Mund nicht stark ausspülen
  • Nicht rauchen
  • keinen Alkohol, Kaffee, Schwarztee, Energy Drink etc.
  • keine sportlichen Betätigungen in den ersten Tagen
  • 2 Tage regelmässig kühlen (maximal 10 Minuten, anschliessend 30 Minuten Pause)
  • Normale Mundpflege betreiben, Vorsicht im Wundgebiet

Mögliche Begleiterscheinung

  • Schwellung (Maximum am zweiten Tag nach dem Eingriff)
  • Eingeschränkte Mundöffnung
  • Hämatome (Blaue Flecken)
  • Nachblutungen (20 Minuten fest auf einen Tupfer oder Stofftaschentuch beissen)

Medikamente

Kinder/Jugendliche: Dosis dem Körpergewicht anpassen

  • Gegen Schmerzen: Ibuprofen/Algifor 400mg nach Bedarf, maximal 3 pro Tag
  • Desinfektion: Chlorhexamed Mundspülung, 2x täglich 30 Sekunden leicht spülen
  • Antibiotika: Co-Amoxi-Mepha 1g, 2x Täglich je 1 Tablette (Bei Penicillinallergie: Dalacin 300, 3x Täglich je 1 Tablette). So lange einnehmen, wie vereinbart, auch wenn die Beschwerden früher nachlassen

In dringenden Fällen sind wir für Sie da: 041 210 20 05

Verhalten bei Zahnunfällen

Bei einer Verletzung der Zähne oder des Zahnfleisches ist rasches Handeln wichtig. Reagiert man richtig, können die meisten verletzen Zähne gerettet werden.

Blutung

Auf ein Stück Gaze oder ein Stofftaschentuch beissen. Zusätzlich von aussen mit Eis oder einem Kühlbeutel kühlen. Kontaktieren Sie ihren Zahnarzt.

Gelockerte oder verschobene Zähne

Zähne nicht bewegen. Abgebrochene Zähne oder Zahnstücke suchen und zum Zahnarzt mitnehmen. Der Transport von abgebrochenen Zahnstücken erfolgt am besten in Wasser.

Ausgeschlagene Zähne

Nur an der Zahnkrone anfassen. Nie die Zahnwurzel berühren. Auch bei Verschmutzung auf KEINEN FALL REINIGEN. Der Transport von ausgeschlagenen Zähnen erfolgt optimal in der Zahnrettungsbox (Dentosafe). Dank einem speziellen Nährmedium kann ein Zahn in dieser Box über mehrere Stunden aufbewahrt werden. Ist keine solche Box zur Hand kann der Zahn in kalte Milch (UHT) eingelegt werden und muss schnellstmöglich zum Zahnarzt gebracht werden.

Jeder Unfall muss der Krankenkasse/Unfallversicherung gemeldet werden. Die meisten Zahnunfälle sind in der Grundversicherung eingeschlossen. Das volle Ausmass eines solchen Unfalles ist oftmals erst Jahre später erkennbar.

Vollnarkosen

Bei Ihnen oder Ihrem Kind ist aufgrund eines grossen und/oder dringenden Zahnsanierungsbedarfes, wegen einer Zahnarztphobie, sehr kleinem Alter und/oder geistiger Behinderung eine Zahnsanierung unter Vollnarkose indiziert.

Um Ihnen den Gang ins Spital zu ersparen, kommt ein professionelles Vollnarkose-Team zu uns in die Praxis. Der Anästhesiearzt wird sich  persönlich bei Ihnen melden, um alles Notwendige von der ärztlichen Seite her abzuklären.

Da bei Ihrem Kind vorgängig keine normale zahnärztliche Kontrolle möglich war, ist erst während der Vollnarkose eine komplette Bestandsaufnahme der Zähne inkl. Röntgenbildern möglich. Folglich kann keine zuverlässige Kostenschätzung für die  zu erwartenden zahnärztlichen Kosten gemacht werden.

Somit kann auch erst während der Vollnarkose entschieden werden, welche Zähne noch saniert werden können und welche Zähne nicht mehr erhalten, sondern entfernt werden müssen. Dies kann zur Folge haben, dass später eine kieferorthopädische Behandlung nötig wird.

Um die Zähne langfristig gesund zu halten, ist eine regelmässige zahnärztliche Kontrolle, professionelle Zahnreinigung und Unterstützung der Eltern durch Einhalten der Prophylaxe & Ernährungs-Tipps (siehe unten) unbedingt nötig.

Wir bitten Sie vorgängig eine Anzahlung mit beiliegendem Einzahlungsschein zu machen. Die restlichen Kosten können nach der erfolgten Zahnsanierung unter Vollnarkose beglichen werden – bei Bedarf nach Rücksprache  auch in Ratezahlung. Wir glauben und vertrauen Ihnen, dass Sie unsere Bemühungen auch wertschätzen.

Am Tag der Zahnsanierung unter Vollnarkose muss Ihr Kind nüchtern sein, um Aspirationszwischenfälle (Einatmung von Mageninhalt in die Atemwege) zu vermeiden.

  • Bis 6 Stunden vor dem Eingriff darf feste Nahrung oder milchhaltige Getränke eingenommen werden
  • Bis 2 Stunden vor dem Eingriff sind klare Flüssigkeiten erlaubt (Wasser, Tee, Sirup)
    (keine Fruchtsäfte mit Fruchtstückchen – kein Orangensaft – keine Milch)
  • Danach darf Ihr Kind nichts mehr zu sich nehmen!

Diese Regelung gilt für jegliche Narkoseart und muss aus Sicherheitsgründen strikte eingehalten werden.

Ihr Kind muss für die Zahnsanierung unter Vollnarkose gesund sein. Bitte melden Sie uns rechtzeitig, falls eine Erkältung mit einer Beeinträchtigung der Atemwege und/oder Fieber vorliegt.

Zahnschmerzen dürfen kurzzeitig mit den Schmerzmitteln Paracetamol (z.B. Dafalgan®) und Ibubrufen (z.B. Algifor®) (sofern verträglich) überbrückt werden. Die korrekte Dosierung entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage.

Bei dauernden Schmerzen, begleitet von Schwellung, Eiter und Fieber muss evtl. zusätzlich ein Antibiotikum eingesetzt werden. Bitte kontaktieren Sie uns.

Zwei erwachsene Personen sollten das Kind von der Praxis nach Hause begleiten und am Operationstag unter Aufsicht halten. Es sollte bequeme lockere nicht einengende Kleidung tragen.

Allgemeine Prophylaxe und Ernährungs-Tipps (vor- und insbesondere nach der Zahnsanierung sehr wichtig)

  • 3x täglich mit fluorhaltiger Zahnpasta putzen (v.a. auch nach Süssigkeiten! Abends nachputzen wenn nötig!)
  • Bei Kleinkindern: Für 3 Monate täglich, danach 2x wöchentlich: «Tooth mousse» abends nach dem Zähneputzen einmassieren (CAVE: nicht anwenden bei Lactose Intoleranz)
  • Bei grösseren Kindern und Erwachsenen: 1–2x wöchentlich Fluor Gelée abends nach dem Zähneputzen einmassieren (nicht mit Wasser nachspülen!)
  • Keine Süssgetränke und Süssigkeiten zwischendurch (auch auf angeblich gesunde Kinder-Fruchtsäfte verzichten – diese enthalten oft Unmengen von verstecktem Zucker! Ungezuckerte Tees und Wasser sind zu empfehlen.
  • Keine sauren Schleckwaren oder Getränke, auch wenn sie in der Werbung als Vitamin- oder Energy-Bombe angepriesen sind. Saure Schleckbonbons und Energydrinks (Red Bull etc.) sind für die Zähne sehr schädlich. Die darin enthaltenen Säuren zerstören den Zahnschmelz durch Zahnerosion und führen zu Zahnüberempfindlichkeiten!

 

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